Kursskript Histologie

Kursskript Histologie

Abbildung von Faßbender | Kursskript Histologie | 1. Auflage | 2020 | beck-shop.de

Autor: R. Faßbender

Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2020

ISBN: 978 3 437 43426 6

248 Seiten, 20,00€
★★★★

Kurzbeschreibung

Der Histologieatlas versucht auf knapp 250 Seiten das Relevanteste zum Fach Histologie zusammenzufassen. Er wagt dabei den Spagat zwischen sehr viel Bildmaterial und trotzdem ausreichend Text.

Zielgruppe

Zielgruppe des Atlasses sind Studierende, die sich einen groben Überblick über die Histologie aneignen wollen. Für Leseratten, die sich gerne bis ins Detail reinfuchsen ist er definitiv nicht geeignet.

Inhalt

Da es sich um die Erstauflage des Histologieatlasses handelt, kann kein Vergleich zur vorherigen Ausgabe gezogen werden. Inhaltlich besteht der Atlas zu ungefähr 60/70% aus Bildern. Damit wird er dem Fach der Histologie gerecht. Die Bilder sind ausreichend scharf und qualitativ auf eine Art leichtes Hochglanzpapier gedruckt. Teilweise sind in Kapiteln mehrere Bilder mit unterschiedlichen Vergrößerungen oder Färbungen dargestellt. Besonders gefallen hat mir die Gegenüberstellung unterschiedlicher Größenverhältnisse, denn das Gespür dafür ist schwierig zu entwickeln.

Der Text ist übersichtlich: Die Textpassagen sind kurz, viele wichtige Sachen werden kurz notiert, manche Sachen waren mir neu und gut zu wissen andere Informationen fehlten aber auch.

Didaktik

Der Aufbau folgt im Großen und Ganzem dem der Vorlesung: Zunächst werden die Grundgewebe besprochen. Die inneren Organe werden in einer anderen Reihenfolge besprochen als in der Vorlesung, die Orientierung fällt dank der Seitenlasche aber leicht. Am Ende werden die Sinnesorgane und das Nervensystem besprochen.
Den Großteil der Kapitel bilden wie bereits erwähnt große Bilder. Die Bilder sind jeweils mit einer kurzen Unterschrift betitelt, teilweise auch mit einer kurzen Textpassage. Besonders gefallen haben mir persönlich die z.T. mit kleinen Pfeilen oder Kreisen markierten Zellformationen oder Zelltypen. Die Autor*innen legen sich auf die Zelltypen fest. Gerade in der Histologie wichtig, wo einem am Anfang alles ähnlich vorkommt.
Es gibt kein Zusatzmaterial wie eine CD.

Aufbau

Neben Text und Bild gibt es von Zeit zu Zeit Zeichnungen und Tabellen im handgeschriebenen Look. Die Idee ist sehr gut, besonders wenn man wie im tübinger Studium selber Zeichnungen machen muss. Die Grafiken sind für meinen Geschmack nicht immer übersichtlich und vom Stil etwas zu „kindlich“. Die Tabellen hingegen, geben inhaltlich eine gute Zusammenfassung, könnten von der Grafik jedoch ebenfalls ansprechender sein.
DD – das steht im Kursskript für Differentialdiagnose. Die dabei gegebenen Tipps sind wirklich hilfreich und ein Pluspunkt für das Buch.
Die (wenigen) Merksprüche sind teils so abendteuerlich, dass sie mir nach einem halben Jahr noch in Erinnerung geblieben sind. So muss das bei Merksprüchen sein.

Relevanz für Tübinger Studium

Thematisch deckt das Buch grob alle Gebiete der Tübinger Histologie ab. Die Reihenfolge im Buch ist dabei zwar anders gewählt, durch den überlappenden Buchrand, kann man sich jedoch wie erwähnt sehr gut orientieren. Der Umfang ist mit 248 Seiten kürzer als man meinen würde. Die Kapitel sind für das Tübinger Studium von Zeit zu Zeit zu kurz gefasst. Zu viel wird man so mit dem Atlas nicht lernen, eventuell für die eine oder den anderen jedoch etwas zu wenig. Das Wichtigste ist jedoch kurz und bündig notiert.

Fazit

Mit dem Kursskript hat Ralf Faßbender versucht eine Mischung aus Atlas und Kurzlehrbuch zu erreichen. Dem Anspruch eines Atlasses wird der Autor dabei nicht ganz gerecht, da zu manchen Kapiteln einfach nicht genügend unterschiedliche Bilder gezeigt werden. Ein Kurzlehrbuch kann man den Atlas ebenfalls nicht nennen. Dafür sind für meinen Geschmack etwas zu wenige Informationen vorhanden. Das Buch ist jedoch gut dafür geeignet sich zu Beginn einen groben Überblick zu verschaffen. Auch zur Wiederholung kurz vor der Klausur fand ich es sehr hilfreich.
Besonders die Diffenrentialdiagnosen waren dabei wirklich gut. Auch die großflächigen (unverpixelten) Bilder sind gegenüber manchen Tübinger Präparaten sehr anschaulich.
Zusammenfassend also ein gutes Buch zum Lernen, wenn man Detailwissen in ausfürlicheren Werken (oder einfach online) nachschlägt.


Genre: Histologie, Mikroskopische Anatomie
Series: Taschenatlas Anatomie | Illustrated by Elsevier